des Landesverbandes

Bremer Gespräche zur Politischen Bildung

Die „Bremer Gespräche zur Politischen Bildung“ sind eine Vortragsreihe, die einen konstruktiven Ort des Austausches von Praxis und Wissenschaft der Politischen Bildung darstellen. Im Mittelpunkt steht das Gespräch zwischen Studierenden, Lehrkräften, Referendarinnen und Referendaren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie anderen Interessierten zu Themen der schulischen und außerschulischen Theorie und Praxis politischer Bildung. Die Bremer Gespräche zur Politischen Bildung finden ein- bis zweimal im Jahr an unterschiedlichen Orten im Land Bremen statt.

Bisherige Themen:

  • Fachdidaktische Prinzipien als Kern des sozialwissenschaftlichen Unterrichts
  • Politisch-ökonomische Bildung
  • Genetische Politikdidaktik in Theorie und Praxis

Erstes Bremer Gespräch zur Politischen Bildung des DVPB Landesverbandes Bremen- Eindrücke Vortrag Dr. Sibylle Reinhardt „Fachdidaktische Prinzipien als Kern des sozialwissenschaftlichen Unterrichts“

09.04.2013: Auf Einladung des Zentrums für die Didaktiken der Sozialwissenschaften (ZeDiS) der Universität Bremen und des DVPB Landesverbandes Bremen fand am 09. April im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer die Eröffnungsveranstaltung zu den „Bremer Gesprächen zur Politischen Bildung“ statt. Im Mittelpunkt des Austausches stand der Vortrag von Prof. em. Dr. Sibylle Reinhardt von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema „Fachdidaktische Prinzipien als Kern des sozialwissenschaftlichen Unterrichts“.

Zentral diskutiert wurden unter anderem Fragen zum Verhältnis von Fachwissenschaft und Fachdidaktik, beispielsweise hinsichtlich der Notwendigkeit fachwissenschaftlichen Wissens und der Tiefe konzeptionellen Deutungswissens. Die Ausführungen von Frau Reinhardt zu der sinnstiftenden Verknüpfung von politikdidaktischen Prinzipien und kompetenzorientiertem Unterricht wurden von dem Publikum als bereichernd für die alltägliche Praxis empfunden. Die vielen Lehrkräfte verdeutlichten überdies, dass Frau Reinhardts Publikationen zur Didaktik und Methodik der Politischen Bildung inzwischen Standardwerke der politikdidaktischen Lehramtsausbildung darstellen. Die Referentin selbst zeigte sich beeindruckt von der engagierten Diskussionskultur der Teilnehmenden und, so Frau Reinhardt, „ihrem offensichtlichen Wunsch gute Politiklehrer zu werden.“

Bremer Gespräch zur Politischen Bildung des DVPB Landesverbandes Bremen- Eindrücke Vortrag Prof. Dr. Reinhold Hedtke „Politisch-ökonomische Bildung“

Hedtke_Gespräche

19.12.2013: Im ConferenzCentrum der Sparkasse Bremen setzten sich Studierende, Referendare, Lehrer und Wissenschaftler mit dem Vortragsthema „Politisch-ökonomische Bildung“ auseinander, über das Prof. Dr. Reinhold Hedtke von der Universität Bielefeld referierte. Leitende Fragen waren dabei unter anderem: Was heißt politisch-ökonomische Bildung? Welches Wissen steckt im Bildungsplan? Wo passen Politik und Wirtschaft gut zusammen?  Prof. Hedtke legte verschiedene Ausgangspunkte, Positionen, Interessen und Inhalte zum kontroversen Thema dar und kam  zu dem Zwischenfazit: Es gibt einen Pluralismus der politisch-ökonomischen Bildung. Dieser sollte dabei immer hinsichtlich seiner Sinnhaftigkeit für das Bildungsziel einer social science literacy befragt werden.

Im Anschluss an den kompakten Vortrag diskutierten die Teilnehmenden interessiert über persönliche und bildungspolitische Optionen im Umgang mit politisch-ökonomischer Bildung, besonders vor dem Hintergrund des Bremischen Bildungsplans: „Da viel und auch intensiv über die Lehrpläne gesprochen wurde, denke ich, dass der Vortrag einen guten Überblick über das Thema geschaffen hat“.

Bremer Gespräch zur Politischen Bildung des DVPB Landesverbandes Bremen- Eindrücke Vortrag Prof. Dr. Andreas Petrik „Genetische Politikdidaktik in Theorie und Praxis“

Petrik_Gespräche

15.01.2015: Im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer stand im Fokus des Gesprächs mit Herrn Professor Dr. Andreas Petrik von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die von Petrik begründete „Genetische Politikdidaktik in Theorie und Praxis“. Für das vor allem aus der schulischen Praxis stammende Publikum legte Andreas Petrik adressatengerecht den Schwerpunkt seines Vortrags auf die Rolle von Lehrenden. Anlass für diese Schwerpunktsetzung gaben allerdings auch seine Beobachtungen in dem vom ihm geleiteten, aktuellen Forschungsprojekt zum Dorfgründungsmodell in der Politischen Bildung.

Um den Anwesenden die Schwierigkeiten zu verdeutlichen, sich in eine sokratische Lehrendenrolle hineinzufinden und anknüpfend daran die an diese Rolle gebundenen Regeln einzuhalten, lud Andreas Petrik zu einer gemeinsamen Bearbeitung eines Situationsbeispiels aus einem transkribierten Unterrichtsmitschnitt während einer Dorfgründung ein. Dabei zeigte der Austausch unter- und miteinander nicht nur, wie unterschiedlich der Umgang mit bestimmten Unterrichtssituationen – je nach Lehrer/-innenpersönlichkeit – ist, sondern auch, was das tatsächlich sokratische an der Lehrendenrolle darstellt.

Mit der sich an diese Workshopphase anschließenden, regen Diskussion, die ebenfalls zahlreiche Ansätze schaffte, selbst eine Dorfgründung im eigenen Unterricht auszuprobieren, fand ein rundum gelungenes Bremer Gespräch zur Politischen Bildung seinen gebührenden Abschluss.